Vielseitigkeit

Vielseitigkeit

Die Vielseitigkeit wird gerne als die "Krone der Reiterei" bezeichnet, vereinigt diese Disziplin doch Dressur, Springen und Geländeritt. Alle drei Sparten werden im Turnier mit dem selben Pferd bewältigt. Deshalb legt man in der Zucht auch großen Wert auf Härte und Durchhaltevermögen sowie gutes Springvermögen und eine ordentliche Dressurleistung. Eigentlich kommt die Vielseitigkeit aus der militärischen Reiterei und wurde deshalb auch lange Zeit als "Military" bezeichnet. Die Zucht fürs deutsche Militär war in der Historie  sehr stark von dem berühmten Trakehnergestüt in Ostpreußen geprägt. Viele Landesfürsten unterhielten zudem eigene Gestüte. Gerade für die Anforderungen des Militärs waren leistungs- und nervenstarke Pferde gefragt. Die Trakehner z.B. waren mit diesen Eigenschaften ausgestattet. Bis vor ungefähr 30 Jahren gab es im Turniergeschehen eine "lange Vielseitigkeit". Am Tag nach der Dressur war  vor dem eigentlichen Geländeritt  eine Wegestrecke zum "Aufwärmen" eingebaut, die mehr oder weniger nahtlos in eine Rennbahn überging, die meist als eine Acht angelegt war und leichte Hindernisse aufwies.  Danach gab es erneut eine Wegestrecke zur Erholung, die dann wiederum nahtlos in den eigentlichen Geländeritt überging. Der führte dann über vier, fünf oder sechs Kilometer und dabei wurden eine ganze Reihe anspruchsvoller Hindernisse gesprungen. Alle Teilstrecken hatten Zeitvorgaben. Heute hat sich vieles geändert. Die Wegestrecken und die Rennbahn sind längst weggefallen. So hat sich die Vielseitigkeit als Dreiklang erhalten mit Dressur, Geländeritt und Springen. Die Anforderungen im heutigen Turniersport reichen von Einsteigerprüfungen bis hin zum internationalen Vergleich mit hohen Ansprüchen an Reiter und Pferde.  Um ein Pferd in die Vielseitigkeit zu bringen, bedarf es einer guten, vielseitigen Ausbildung. Es dauert viele Jahre, bis ein Pferd zum Beispiel bei internationalen Wettbewerben starten darf oder kann. Deshalb ist die Auslese auch sehr konsequent. Einer der erfolgreichsten Vielseitigkeitsreiter der Welt ist Michael Jung aus Horb in Baden-Württemberg. Eine der schönsten Turnierstrecken Deutschlands gibt es auf dem Gelände der Haupt- und Landgestüts Marbach auf der Schwäbischen Alb. Dort hat sich die Internationale Marbacher Vielseitigkeit etabliert und ist alljährlich Treffpunkt internationaler Pferdesportler.